Ende August stand bei uns das Highlight der Saison, die Europameisterschaft der Melges 24 in Tonsberg, Norwegen an.

Mit dabei waren neben meinem Miteigner David Manherz auch Simon Waschke und Paul Pierschel aus der Jugend des YCM, sowie ein holländischer Taktiker namens Qunintus.  Am Dienstag, den 25. August machten wir uns mit unserer Melges 24 „Black Sheep“ gegen 17 Uhr auf den langen Weg nach Norwegen. Wir fuhren die Nacht durch und kamen gegen Mittag in Hirtshals, Dänemark an. Von dort aus war es noch eine 4-stündige Fährfahrt nach Larvik und anschließend nochmals eine Stunde Fahrtzeit nach Tonsberg, wo wir am Mittwoch gegen späten Nachmittag nach ungefähr 24 Stunden Reisezeit ankamen.

Am darauffolgenden Tag bereiteten wir das Boot vor und kranten es ein. Somit hatten wir Donnerstag und Freitag Zeit zum Trainieren, das Revier kennenzulernen und uns auf den Wind und die hohe Welle einzustellen. Am Freitag Abend kranten wir das Boot nochmals aus, da wir am Samstag morgen zur full inspection mussten, wo überprüft wurde, dass unser Boot exakt den Klassenvorschriften und den Gewichtsvorgaben der Melges 24 entspricht.

Am Samstag Nachmittag blieb uns noch Zeit, eine finale Trainingseinheit vor dem practice race am Sonntag zu absolvieren. Dieses fand bei mittlerem Wind zwischen 10 und 15 Knoten statt und endete für uns mit einer zufriedenstellenden Platzierung im hinteren Mittelfeld. Am Abend stand die Bootstaufe eines nagelneuen holländischen Bootes an. Dieses gehörte dem Schwiegervater unseres Taktikers Quintus.

Am Montag, den 31. August ging es dann endlich mit dem ersten von fünf Wettfahrttagen los. Nach dem morgendlichen Briefing verließen wir den Hafen und fuhren in die 5 Meilen entfernte Race Area 4, auf der an diesem Tag gesegelt werden sollte. Insgesamt waren 10 Rennen geplant. Das bedeutete 2 beziehungsweise 3 Rennen pro Tag. Es wehte wie schon beim Practice Race ein 10 bis 15 Kn starker Nordwind und eine hohe langgezogene Welle. Beim ersten Rennen schafften wir es trotz einem nur  mittelmäßigen Start die Luv-Tonne nach einer 1,2 Nm langen Kreuz unter den vorderen Schiffen zu runden. Leider versetzte uns eine Massen-Protestsituation am Lee-Gate viele Plätze nach hinten. Auch im zweiten Rennen hatten wir gute Ansätze, konnten uns aber in dem hochrangigen und erfahrenen Feld aus Profis und sehr starken Amateuren nicht wirklich durchsetzen.

Am Dienstag, dem zweiten Wettfahrttag konnte aufgrund des mangelnden Winds keine Wettfahrt gesegelt werden.

Ganz anders war der Wind am dritten Wettfahrttag. In der ersten Wettfahrt betrug die Windgeschwindigkeit noch ungefähr 20-25 Kn, ging dann aber in den folgenden Rennen auf 25-30 Kn hoch. Da am Vortag keine Wettfahrt gesegelt werden konnte, hatte der Wettfahrtleiter angekündigt vier Rennen starten zu wollen. Dieser Tag wurde zum Härtetest für alle Regattateilnehmer sein. Trotz den extrem schwierigen und herausfordernden Bedingungen hatten wir bei den downwinds bei einer Bootsgeschwindigkeit von bis zu 20 Kn eine Menge Spaß und konnten uns mit den Platzierungen 29, 32, 32 und 27 wieder weiter nach vorne arbeiten.

Am vierten Wettfahrttag herrschten erneut die typischen Wetterbedingungen wie schon am Sonntag und Montag. Wie auch schon am Montag hatten wir gute Ansätze aber nicht
die notwendige Konstanz, um uns im vorderen Feld behaupten zu können. Hinzu kamen einige taktische Entscheidungen, die uns oftmals mehrere Plätze kosteten. In den
Wettfahrten eins und zwei konnten wir mit zwei 30. Plätzen jeweils einige Boote hinter uns lassen. In der dritten Wettfahrt bei etwas weniger Wind segelten wir noch einen 32. Platz ein.

Nach einem langen Warten auf dem Wasser am fünften und somit letzten Wettfahrttag beendete der Wettfahrtleiter die Serie aufgrund mangelnden Windes. Nach den 9 
gesegelten Wettfahrten beendeten wir die Europameisterschaft der Melges 24 mit einem 33. Platz von insgesamt 42 Teilnehmern. In dem Feld aus Vollprofis, Olympiasiegern und extrem starken Amateuren ist dieses Ergebnis für uns sehr zufriedenstellend. Für uns war es die zweite Saison mit dem Schiff und wir konnten uns mit jeder Regatta dieses Jahres angefangen mit der österreichischen Meisterschaft am Attersee, der italienischen Meisterschaft am Gardasee und der Europameisterschaft in Tonsberg stetig verbessern.

Als Saisonabschluss steht für uns noch die deutsche Meisterschaft auf dem Starnberger See am 19/20. September an. Ein besonderer Dank geht an meinen Miteigner David Manherz, der neben dem Segeln das Boot mit mir in einem konkurrenzfähigen Zustand hält. Ebenfalls danke ich Paul Pierschel, der dieses Jahr jede Regatta auf der Melges 24 mit uns bestritten hat. Zuletzt danke ich selbstverständlich auch Simon Waschke für seine Teilnahme und seinem grandiosen Einsatz bei der Europameisterschaft, sowie Quintus Post, von dem wir viel lernen konnten und der zu einem großen Teil unseres seglerischen Erfolges beigetragen hat.

Nächstes Jahr wollen wir neben der österreichischen und italienischen Meisterschaft auch die Melges 24 Regatten in Kroatien segeln und uns auf die Weltmeisterschaft in Pula, Kroatien vorbereiten.